Hauptbahnhof Augsburg: Der Zug ist noch lange nicht abgefahren – im Gegenteil!

02. Dezember 2014

Der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofes ist in vollem Gange. Tief unter der Erde wird heftig gegraben, eine unterirdische Haltestelle entsteht, Busse, Straßenbahnen und der Zugverkehr sollen besser verzahnt werden. Im Bahnhof selber ist von all den Bauarbeiten noch wenig zu bemerken, aber auch das altehrwürdige Gebäude wird sich bis 2019 (oder etwas später) verändern. Höchste Zeit!

Wer heute in den Bahnhof geht, der merkt schnell, dass hier fast alles in die Jahre gekommen ist. Auf einer Tafel über dem Eingang steht geschrieben: „Ältestes Bahnhofsempfangsgebäude in einer Großstadt der Bundesrepublik, das noch in Betrieb ist. Erbaut 1845.“ Die Zeit ist zwar seitdem nicht stehen geblieben, aber ein moderner Bahnhof sieht heute anders aus.

Damit am Ende der Umbaumaßnahmen in Augsburg ein moderner Bahnhof entsteht, der den Anforderungen der heutigen Zeit entspricht – Stichwort Barrierefreiheit – haben sich Mitglieder des Seniorenbeirates der Stadt mit Hans-Joachim Plachta (Leiter Bahnhofsmanagement für die Region Schwaben bei der DB) zu einer Besichtigung getroffen. Franz Kleiber, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und Sicherheit im Seniorenbeirat, hatte sich zusammen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Harald Güller um den Termin bemüht, denn beiden ist wichtig, dass Änderungswünsche frühzeitig angemeldet werden, „denn jetzt kann man noch Einfluss nehmen, wenn die Bauarbeiten vorangeschritten sind oder sogar nach dem Ende der Baumaßnahmen geht nichts mehr“, machte Güller bei der Besichtigung klar.

Zu tun gibt es eine ganze Menge. Bisher gibt es keinen einzigen Aufzug, keine Rolltreppe, nichts, was auch nur annähernd als barrierefrei zu bezeichnen wäre. Das ändert sich natürlich mit dem Umbau, keine Frage! Bisher müssen sich Rollstuhlfahrer 24 Stunden vor Ankunft oder Abfahrt anmelden und werden mit einem Hublift auf die Bahnsteige und in den Zug „befördert“, das ist sicher nicht mehr zeitgemäß.

Ein weiteres Manko, das von den Seniorenbeiräten angesprochen wurde, sind die Lautsprecher. Die Durchsagen seien schwer verständlich für Menschen, deren Hörfähigkeit nicht mehr optimal ist. Plachta ließ daraufhin gleich mal die Lautstärke erhöhen, was die Senioren einhellig als besser empfanden. Grundsätzlich werde angestrebt, die Durchsagen zu automatisieren, erklärte Plachta, um die Qualität zu verbessern, was allerdings nicht immer machbar sein werde, wenn etwa Störungen kurzfristig gemeldet werden müssten. Auf lange Sicht sei auch der Einbau neuer Lautsprecher und einer neuen Mikrofonanlage geplant. Die zum Teil schwer lesbaren Infotafeln würden beim Umbau des Bahnhofsgebäudes durch moderne, gut lesbare ersetzt, beruhigte Bahnhofsmanager Plachta die Senioren.

Was die ganze Sache verkompliziert, ist das große Problem der Zuständigkeiten. Bayerische Eisenbahngesellschaft, DB Station & Services, DB Vertrieb, DB Netze – wer für welches Problem zuständig ist, erschließt sich nicht immer auf den ersten Blick. Doch Fachmann Hans-Joachim Plachta ließ die Anregungen der Senioren mitnotieren und versprach, sie an die zuständigen Unternehmensteile weiterzuleiten und auch an die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die Auftraggeber der Deutschen Bahn ist.

Harald Güller ist neben der Barrierefreiheit auch die Außenwirkung des Bahnhofes wichtig: „Wir brauchen in Augsburg einen repräsentativen Bahnhof, da passt keine 08/15-Bauweise, zum Beispiel bei den Überdachungen der Bahnsteige.“ Das sei man dem altehrwürdigen Gebäude schuldig und das habe Augsburg als drittgrößte Stadt Bayerns auch verdient. „Der Zug für den Umbau ist noch lange nicht abgefahren“, so Güller, „im Gegenteil, er nimmt erst Fahrt auf!“

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