Bahnchaos: das Schlimmste verhindern!

08. November 2019

Vom 24. November bis zum 14. Dezember fallen durch Bauarbeiten zwischen Stuttgart und München komplette Fernzugverbindungen weg und die Bahnreisenden werden teilweise auf ohnehin volle Nahverkehrszüge ausweichen. Laut PRO BAHN werden von München in Richtung Augsburg täglich 3.000 Sitzplätze ersatzlos entfallen. Der auf diesem Teilstück verkehrende Fugger-Express ist allerdings schon jetzt an seiner Kapazitätsgrenze angelangt.

Der Augsburger SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller rechnet mit einem Pendlerchaos in der Vorweihnachtszeit. Gestern (7.11.2019) wurde im Landtag ein Dringlichkeitsantrag der SPD zu diesem Thema in verkürzter Form angenommen:

Dazu einige Erläuterungen von Harald Güller:

Wir müssen in den drei Wochen das Schlimmste verhindern, die Ausfälle und Verspätungen müssen so gering wie möglich gehalten werden. Die wichtigsten Punkte unseres Antrags wurden angenommen und die Staatsregierung wird somit ihre Bemühungen und Gespräche intensivieren, damit die Pendlerinnen und Pendler auf der Strecke möglichst wenig von den Folgen der Bauarbeiten betroffen sein werden. Des Weiteren wurde beschlossen, dass die Staatsregierung über die anstehenden Baustellen und Bautätigkeiten der Deutschen Bahn im kommenden Jahr berichtet und über die jeweiligen „Abfederungen“ der Auswirkungen auf die Schienenpendlerinnen und –pendler.

Es fehlt die Absprache zwischen Deutscher Bahn Fernverkehr, Deutscher Bahn Baustellenmanagement und dem Regionalverkehr – da weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut! Außerdem muss der Fugger-Express zumindest in dieser Zeit mit voller Kapazität fahren. Derzeit führen die Züge wegen Wartungsarbeiten und Schäden oft nur eine verringerte Zahl an Wagengarnituren und sind damit schon jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.

Bisher wissen nicht einmal die Zugbegleiter auf dieser Strecke, was auf sie Ende November zukommen wird. Wenn ich sie im Zug darauf anspreche, sind sie bass erstaunt. In der Kälte irgendwo auf zugigen Bahnsteigen stehen und nicht wissen, ob man in den nächsten Zug, der verspätet eintrudeln wird, überhaupt einsteigen kann – das wird für großen Ärger sorgen, wenn wir nicht schnell gegensteuern. PRO BAHN rät Pendlern sogar, in dieser Zeit Urlaub zu nehmen, so ist es derzeit um die Attraktivität des Schienennahverkehrs bestellt. Ich fasse es nicht!

(Pressemitteilung vom 8.11.2019)

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