„Sicheres Verhalten im Straßenverkehr lässt sich nicht auf der Rückbank eines Autos erlernen“

Annette Luckner

20. August 2019

Stehenbleiben im absoluten Halteverbot, in der zweiten Reihe, auf dem Gehweg, dem Radweg, dem Zebrastreifen, in der Einfahrt – diese Liste ist der Jahresaktion „Goodbye Elterntaxi!“ des Auto Clubs Europa (ACE) entnommen. Bei Stichproben am Ende des vergangenen Schuljahres hat der ACE festgestellt, dass schwabenweit rund die Hälfte der Eltern, die ihre Kinder im Auto zur Schule gebracht haben, einen der Verstöße begangen haben.

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Beim Auto Club Europa weiß man, wo es langgeht: Harald Güller, Falk Hoffmann, Florian Baar und Harald Eckert.

„Dass die Gefahr vom eigenen Auto ausgeht, merken die Eltern gar nicht, dabei gehen die meisten Kinder gerne zu Fuß mit ihren Klassenkameradinnen und Klassenkameraden und radeln auch gerne“, weiß ACE-Kreisvorsitzender Harald Eckart. Er hat für den ACE die Zählungen in Augsburg durchgeführt.

Zusammen mit dem neuen Regionalbeauftragten des ACE Bayern, Falk Hoffmann, weist er darauf hin, dass es wichtig ist, Kindern frühzeitig beizubringen, wie man sich im Straßenverkehr richtig und sicher verhält: „Beste Möglichkeit ist, den Schulweg jetzt in den Ferien zu üben und dann, nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, die Kinder alleine laufen zu lassen. Sollte der Schulweg tatsächlich sehr lange sein, könnte man die Kinder wenigstens einen Teil der Strecke gehen lassen, statt sie bis direkt vor das Schultor zu fahren.“

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Die ACE-Vertreter Falk Hoffmann, Florian Baar und Harald Eckart diskutieren zusammen mit Schirmherr Harald Güller über E-Roller.

Der Augsburger SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller sieht eine weitere Gefahrenquelle im Ein- und Aussteigen der Schülerinnen und Schüler: „Da werden Kinder mal schnell auf der Straßenseite rausgelassen, was extrem gefährlich ist.“ Güller übernahm gerne auch heuer wieder die Schirmherrschaft für die ACE-Aktion, um zu sensibilisieren: „Eine super Alternative zum Auto ist übrigens auch der öffentliche Personennahverkehr.“

Florian Baar, der scheidende Regionalbeauftragte des ACE, weist darauf hin, dass deutlich mehr Kinder im Straßenverkehr als Autoinsassen verunglücken und nicht als Fußgängerinnen und Fußgänger oder Radfahrerinnen und Radfahrer. Der ACE fordert ein starkes politisches Engagement, damit Fuß- und Radwege sicher ausgebaut werden, zum Beispiel mit Zebrastreifen und Ampeln. „Sicheres Verhalten im Straßenverkehr lässt sich nicht auf der Rückbank eines Autos erlernen“, waren sich die vier ACE-Vertreter am Ende einig.

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